Das Buch zum Wochenende #433
Nachdem wir letztes Wochenende spätestens am Sonntag Abend mit den ersten Hochrechnungen direkt aus der Wiener Straße & dem Lehmann-Universum in die Realität zurück katapultiert worden sind, müssen wir dennoch nicht ohne Buch müde & ratlos zwischen skandierenden & schweigenden Marschierern und Remigrierern stehen. Denn Annika Büsing ist mit ihrem neuen Roman etwas gelungen, was nur ganz selten passiert: Einfach mal so einen leichtfüßigen & smarten Gesellschaftsroman über Ambiguitätstoleranz & das Aushalten von Gleichzeitigkeiten, wie, was es mit Familien & Freundeskreisen, Dorfgemeinschaften etc. macht, wenn die Schwester der Dorfpunk und der Bruder der Dorfnazi ist & schwelende Konflikte zu eskalieren drohen, wie einst in Solingen in den 1990ern, vorzulegen. Das Buch der Stunde also, dies- & jenseits aller Brandmauern & Schlagzeilen. Dass die Geschichte in einem Kaff im Ruhrgebiet & nicht im Osten Deutschlands spielt, verdeutlicht umso mehr, wie sehr es hier um uns alle geht. Um uns alle, die wir nicht unsere Haltung & unseren Humor an die Alltäglichkeit der Gewöhnung verlieren wollen. Definitiv unser aktueller Platz eins der inneren Buchpreis- & Bestsellerlisten, um das Gemüt wieder ein wenig aufzupäppeln, denn ja, eine der charmantesten Lovestories & Freundschaftsgeschichten ist „Magisch“ ganz nebenbei auch noch.
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