Das Buch zum Wochenende #437
Es ist selbstverständlich nicht das erste Mal, dass wir in dieser Kolumne zu einem Geburtstagsständchen anheben, aber an diesem Wochenende braucht es mehr, mindestens eine Hymne. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, bei Christine Nöstlinger, & wie formulieren, was diese Autorin für mich als Leserin & ja, auch als Herzensbildnerin bedeutet.
Was ich weiß ist, dass ich mich seit meiner Kindheit immer auf sie verlassen konnte, auf ihre Bücher, ihre Held/innen die mich stabil durch, naja alles eben, begleitet haben. Sekundiert durch ihre Bücher war das meiste nur mehr halb so schlimm & man fühlte sich gesehen, verstanden, gestärkt, ob beim Abhängen im Beserlpark, beim Verlorengehen im Wiener Nahverkehr oder in der Angst vor den alten Tratsch- & Beißzangen an der Bassena. Auch ein ganzes Vokabular vom Dummbauchi bis hin zum Nussbeugel, sind für immer mit Nöstlinger verknüpft in meinem Wortschatz, von einem ganz bestimmten Lebensgefühl ganz zu schweigen. Denn sie hatte einfach diesen verdammt genauen Bullshit-Radar, mit dem sie in ihren Büchern niemandem eine Unleiwandheit durchgehen ließ, egal ob Erwachsenen oder Kindern & das war doch ganz schön schön & eine enorme Lebensqualitätsaufwertung in trüben, mit (Kinder)sorgenwolken verhangenen, Tagen.
Nun ist also zum 90. Geburtstag ein echtes Geschenk für uns Leser/innen erschienen: Christine Nöstlingers gesammelte Gedichte erstmals in einem Band versammelt, ergänzt mit bislang unveröffentlichten Illustrationen. Als Geburtstagsausflug empfiehlt sich übrigens (& das nicht nur an diesem Wochenende) ein Besuch im Foyer des Literaturmuseums, wo man bislang unbekannte Texte, Zeichnungen & Fotos anschauen kann…
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