Das Buch zum Wochenende #435
Heute, am Tag des Sports & des Wiener WeinWANDERtages, muss es selbstverständlich ein thematisch passendes BZW geben. Doch Moment mal, sind wir nicht sozialisiert worden mit Elfriede Jelineks „Ein Sportstück“? & ist nicht das, wofür Sport (hierzulande) steht, alles, was wir ablehnen? Diese hässliche hurrapatriotische Fratze, der Willenstriumph-Körperkult, die kommerzigkapitalistische Industrie dahinter, sind die nicht genau das, womit wir uns hier auf unserm BZW-Leser/innensonnenbankerl nicht gemein machen wollen?
Ja klar eh, aber. Darf man das Recht auf Herumhüpfen wirklich den bodybeschämenden Turn- & Skilehrer/innen der Nation überlassen?
Im Zweifel für den Zweifel, das wissen wir nicht erst, seit wir Tocotronic hören- & wo ließe sich so ein Zweifel & eine widersprüchliche Gefühlsgemengelage besser verhandeln als in einem gepflegten Essay?
Auftritt des Wasser-Verlags, dessen Kernkompetenz es ist uns an der Hand smarter Autor/innen, stilsicher durch Doublebindigkeiten dieser Art zu manövrieren. & auch zum heutigen Sportdilemma gibt es kompetenten Rat, Silvia Pistotnig, ihres Zeichens nicht nur begnadet-schonungslose Autorin, sondern auch enthusiastische Fitnesstrainerin, hat sich des Themas in ihrer unverblümten Art angenommen & nimmt uns mit auf eine persönliche Umkreisung- zwischen Bewegungsdrang, Gesellschaftsnormen & Fitnesstrends.
Am Ende, das ist fixe Gewissheit der Lektüre, bleibt uns immer noch der Dancefloor, & die Erkenntnis, dass man den Tag des Sports am besten mit dem BZW in der Hand couchsurfend begeht- denn am 7. Oktober kommt die Autorin ab 19h30 für eine Fitness-& Leseeinheit zu uns in die Wundervolle & da wird ohnehin genug trainiert. Yogamatte & Glitzerschwitzoutfit nicht vergessen!
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