Das Buch zum Wochenende #385
Mysteriöse Schubladenfunde, wie die eines Manuskripts von Erich Fried am letzten Wochenende, könnten durchaus auch in Daisy Johnsons titelgebenden Hotel passieren, denn auch hier tragen sich rätselhafte Dinge zu… Daisy Johnson, jüngste Finalistin des Booker Prizes ever, hat wieder alle Register ihres Könnens gezogen und eine moderne Interpretation des traditionsreichen britischen Schauerromans geschrieben. Wie zuletzt in „Die Schwestern“ ist ihr da ein echter literarischer Pageturner gelungen, diesmal setzt sich der Roman aus mehreren Shortstory-Episoden zusammen, die ursprünglich für Radio 4 produziert wurden, auch das in guter alter Tradition der Fortsetzungsromane des 19. Jahrhunderts, Stichwort Charles Dickens… Die beste Tradition ist allerdings, dass sich der Verlag auch diesmal wieder dazu entschieden hat, Birgit Maria Pfaffinger mit der Übersetzung zu betrauen, nicht umsonst hat sie gerade erst den Alexander Sacher Masoch Preis für ihre Übersetzung von „Die Schwestern“ erhalten. Wir gratulieren ganz herzlich & checken an diesem Wochenende mutig im „Hotel“ in den Fens ein um dort gemütlich das BZW zu lesen – bucht halt nicht das Zimmer 63…
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