Lesen ist wundervoll.

Währinger Straße 122, 1180 Wien
+43 1 942 75 89
1180@hartliebs.at

Öffnungszeiten:

  • Mo. – Fr.: 09:30 – 18:30
  • Sa.:            09:00 – 13:00

 

Das Buch zum Wochenende #255

Viel war hier an dieser Stelle schon zu lesen vom Room of One´s Own, mehrere Bücher wurden vorgestellt, die auf ein Fehlen desselben hinwiesen und so auf die prekären (Schreib)verhältnisse von Frauen aufmerksam machten. Stichwort BZW #236 oder #139 zum Beispiel. Dass es auch umgekehrt sein und der (Schreib-)Raum für sich allein zum patriarchalen Gefängnis werden kann, erzählt das neue Buch von Annette Pehnt. Verfasst als Versroman, erzählt sie die Geschichte einer Frau, deren Ehe schleichend von einer emanzipierten Beziehung in ein subtiles Abhängigkeitsverhältnis, gespeist aus Angst und vorauseilender Servilität, gekippt ist.

Konkret setzt der Gatte seine Frau hoch über den Dächern der Stadt in eine Schreibwohnung und erwartet. Vermutlich Literarisches, aber so genau weiß man das gar nicht, und das obwohl die Frau über die Jahre Expertin im Erfühlen und Erfüllen der Erwartungen ihres Mannes geworden ist. Die Türe hinter ihr zuzusperren braucht er auch nicht, die Frau bleibt und schreibt, wir lesen ihre so entstandenen Texte in kursiven Passagen. Hin und wieder kommt der Mann vorbei und führt die Frau seinen Bekannten vor. Luxusprobleme einer bürgerlichen Wohlstandsehe, von denen wir schon in viel zu vielen Büchern gelesen haben? Vielleicht. Aber dann auch wieder nicht, denn schließlich haben wir es hier mit dem neuen Roman von Annette Pehnt zu tun. Eine Autorin, die wie keine andere von Angst und Liebe in ihrer ganz eigenen literarischen Experimentierfreudigkeit zu berichten, und dem „Zimmer für sich allein“ hier noch einmal eine völlig neue Bedeutung zu verleihen weiß.

Und hier: #das Buch zum Wochenende finden Sie alle Wochenendbücher.