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Das Buch zum Wochenende #105

Weil wir letztes Wochenende schon dabei waren, bei dem faszinierenden Thema „Frauen, die auf Covern rauchen“, leg ich gleich noch eins drauf. Die dieswöchige Lady hat den Typen, an dem sie dranhängt, durch ein Kaffeehäferl ersetzt, schon mal keine schlechten Startvoraussetzungen. Was sonst noch, abgesehen vom Cover? Ach stimmt, der Inhalt. Auch heute serviere ich wieder eine fette Portion Autofiktion, ich gestehe, aber hey, ist ja alles gar nie geschehen, suggeriert zumindest der Titel (Übersetzung: Sabine Kray ) dieses idyllischen Familien-, äh, Romans. Hier wird sich wirklich gar nichts geschenkt. Drei Generationen Spiegelman-Frauen sind beherzt dabei, sich permanent zu verletzen und gemein zueinander zu sein. Selbstverständlich in Notwehr, denn alle schlagen sie nur um sich, um ihr „Ich“ zu verteidigen und nicht unterzugehen, an diesem grausamen Ort namens Familie. Man nennt so was, glaub ich, Liebe. Wie immer ist natürlich auch hier alles eine Frage der Perspektive, wie Nadja Spiegelman schlau zu erzählen weiß. Was die Ereignisse nicht weniger gemein macht. Aber vielleicht verzeihlicher. Ein Trostbuch für alle, die sich an ihrer eigenen Herkunftsfamilie abarbeiten (müssen). Für alle, die sich im Corona-Lockdown eventuell von dieser Familie einmal ein wenig erholen konnten- manchmal kann weniger Kontakt ja sehr heilsam sein… Apropos Lockdown. So ein Rückzug in die Kernfamilie bietet einem ja auch wunderbar die Gelegenheit, seine eigenen Kinder ordentlich zu verkorksen. Und die schreiben dann im besten Fall einen Roman darüber und finanzieren mindestens eine Psychotherapeutin. Win-Win! ruft da der Zeitgeist begeistert aus. Also dann? Darf ich ein inspirierendes Wochenende wünschen.

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