Das Buch zum Wochenende #396
Letzte Sätze von Büchern zu spoilern ist normalerweise nicht meine Art, aber was ist schon normal in dieser W-Sachen-Ausnahmesituation?…
Wenn nun also ein Buch mit den Worten: „Es war der erste Weihnachtsfeiertag, (…).“ endet & es gerade erst der 26. Dezember ist, dann fackelt die ausgelaugte Buchhändlerin nicht lange mit ihrer BZW-Entscheidung, sondern erfreut sich an dieser charmanten Koinzidenz. Schließlich ist sie seit fast 48 Stunden auf Weihnachtsgeschäft-Adrenalin-Entzug samt dem damit einhergehenden Ende der sympathisch-praktischen Dailylifetotalverdrängungsamnesieautomatik- & ist schwerst damit beschäftigt sich der Situation zu stellen, dass sie anscheinend wieder einen Alltag, ein Postfach, ein eigenes Bewusstsein inklusive Psyche & angeblich auch Weihnachten hat. Das behaupten zumindest diese Menschen, die offenbar auch in ihrer Wohnung wohnen & angeben, ihre Familie zu sein & daraus Aufmerksamkeits-Ansprüche ableiten. Merkwürdig. Deswegen sofort wieder Eskapismus & lieber Sigrid Nunez lesen, als sich der Realität zu stellen. Nunez macht hier glücklicherweise wie immer alles richtig & die Szene, in der das Ehepaar Virginia & Leonard Woolf (ja genau, DIE Woolfs) mit offenem Verdeck in eine Nazi-Demonstration in Bonn gerät & der entfesselte Nazi-Mob ihrem Äffchen Mitz salutiert, ist sowieso ikonisch.
In diesem Sinn: Schönen BZW-Eskapismus euch allen, die Realität gibt es nicht.
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