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Viraler Lesetipp #4: kein leichtes Thema

Inès Bayards Debütroman „Scham“ erzählt von einem vorerst sorglosen Leben der Protagonistin. Marie, die in einer glücklichen Beziehung steckt, eine liebevolle Familie hat, einen akzeptablen Job, einen Kinderwunsch. Marie, die von ihrem Chef vergewaltigt wird. Marie, die schweigt. Man möchte die Protagonistin schütteln. Möchte sie anschreien. Sag doch etwas. Rede. Erzähl es jemanden. Stattdessen geht sie weiterhin zur Arbeit. Isst Sonntags mit ihrer Familie zu Abend. Hat Sex mit ihrem Mann. Dreht langsam durch. Doch wer ist man schon, um sich ein Urteil über jemanden erlauben zu dürfen? Fast hat man ein schlechtes Gewissen, denn man weiß, man hat in so einer Situation nicht das Recht, jemandem etwas vorzuschreiben. Das Buch ist heftig, detailreich, arg. Keine Frage. Dennoch kann man es nicht aus der Hand legen. Fast fühlt man dafür beschämt. Wer die ersten Seiten des Romans liest weiß, auf was er sich da einlässt und versucht bis zum Schluss verstehen, warum.

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