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Sommerkind

Ragna, vierzigjährige Wissenschaftlerin, hat sich ein Sommerhaus an der Nordsee gemietet, als sie plötzlich glaubt, verrückt zu werden. Vor ihrem geistigen Auge sieht sie einen einsamen Jungen am Strand, die Hand auf einem Kleiderbündel, und ein kleines Mädchen auf dem Grund eines Schwimmbades. Stück für Stück setzt die Erinnerung ein, und Ragna macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit . Sie findet den Jungen, in den sie damals verliebt war, und seine kleine Schwester, die seit über zwanzig Jahren im Wachkoma liegt, nachdem Ragna sie aus dem Wasser gezogen hatte
. Was ist damals passiert und vor allem, Was ist seitdem passiert? Wie übersteht eine Familie so ein tragisches Unglück?

Monika Helds große Kunst ist es, solch tragische Geschichten so zu erzählen, dass sie einen nicht völlig ratlos und deprimiert zurücklassen. Trotz des schwierigen Themas ist ihr wieder ein leichtfüßiger, wunderschöner Roman gelungen, in dem jedes Wort am perfekten Platz steht. An der Hand von Monika Held kann man getrost in die dunkelsten Räume gehen, sie lässt einen niemals allein.

1 Kommentare

    Hugo Gold sagt:

    Mit großen, feingezeichneten detailreichen Bildern, zärtlich, behutsam und einfühlsam widmet sich Monika Held in diesem berührendem Roman, dem Problem des apallischen Syndroms, dem Wachkoma, das Familien und Freundschaften zu zertrümmern vermag. Sie schildert anhand einer Frau, die als Mädchen, ein Kind aus dem Schwimmbad gerettet hat, das aber seither im Wachkoma liegt, die Probleme der Menschen mit diesen Patienten, beschreibt den Kampf zwischen Verlorensein, Hoffnung, Zerbrechen. Schuldzuweisungen und Schuldgefühlen und gibt trotz allem Trost, Hoffnung und Halt.
    Jedes Wort hat, wie immer bei der Held, seinen Platz, seinen Sinn, subtil zeichnet sie die Geschichte und schafft so ein großes, dramatisches Gemälde, wie es der von ihr zitierte Breughel nicht besser konnte. Nach “Trümmergöre” und “Der Schrecken verliert sich vor Ort” ein weiteres Meisterwerk der Autorin. Für mich, das beste Buch des Jahres und eigentlich reif für den deutschen Buchpreis.

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