Lesen ist wundervoll.
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Niemals vergessen!

Gertrude Pressburger ist über 90. Sie war dreizehn, als ihre Kindheit in Wien aufhörte, sie mit ihrer Familie Wien verlassen musste. Zusammen mit ihrem Eltern und ihren zwei kleinen Brüdern begann für Gertrude Pressburger eine Odyssee durch Europa, die schließlich in Auschwitz endete. Da war sie fünfzehn, wurde von ihrer Familie getrennt und sah ihre Mutter und die zwei Brüder in den Tod gehen. Wie durch ein Wunder überlebte sie Konzentrationslager, Arbeitsdienst, wochenlange Transporte, bis sie schließlich 1945 befreit wurde und in Schweden landete. Nach einer kurzen Zeit der Erholung ging sie nach Wien zurück, obwohl viele ihr davon abrieten, unter anderem Bruno Kreisky, den sie im schwedischen Exil kennen gelernt hatte und der viel für sie getan hat.

Gertrude Pressburger Schilderungen sind unverblümt und direkt und auch wenn man solche Lebensgeschichten schon mehrmals gelesen hat (zumindest, wenn man die Augen nicht davor verschließt), dann wird das Unverständnis darüber nicht kleiner: Warum sind Menschen zu solchen Taten fähig? Warum gibt es immer noch Mesnchen, die so tun, als hätte es das alles nicht gegeben, als wäre das nichts?

Sie hat ihr ganzes Leben nicht wirklich über Auschwitz gesprochen, nicht einmal ihrem Mann hat sie alles erzählt, nach und nach wohl ihrer Tochter. Aber sie hat immer ihre Stimme erhoben, wenn sie Unrecht bemerkt hat, wenn jemand ihr oder wem anderen nicht den nötigen Respekt entgegen gebracht hatte.

Und dann hat sich Frau Pressburger im Präsidentschaftswahlkampf zu Wort gemeldet und ist binnen Stunden zum internationalen Youtube-Star geworden. Keine Hochglanzbroschüren oder Werbespots mit oder ohne Hund haben für viele den Ausschlag gegeben, sondern diese alte Frau, die schlicht und einfach Angst davor hat, dass sich die Geschichte wiederholt.

Nun kann man sie nachlesen, die Lebensgeschichte einer beeindruckenden Frau, sie ist eine der vielen, nicht erzählten Geschichten.

Aufgezeichnet und sehr behutsam bearbeitet hat sie die junge Journalistin Marlene Groihofer, die in vielen, vielen Interviewstunden das Herz der alten Dame erobert hat.

Bitte unbedingt lesen und nicht sagen: „Das hab´ich schon so oft gelesen.“ Es ist nie zu oft.

 

1 Kommentare

    Christine Green-Ottens sagt:

    Durch die Empfehlungen von Petra Hartlieb bin ich auf das Buch gestoßen und habe es mit Hingabe gelesen. Es ist gelebte Geschichte, die erschüttert und dennoch Zuversicht vermittelt.
    Wie kann ein Mensch es schaffen, mit all den schrecklichen Erlebnissen, welche er in Auschwitz machen mußte, zu überleben? Frau Pressburger hat ihre Eltern schon früh verloren und dennoch die Hoffnung nie aufgegeben. Sie hat geschwiegen und gekämpft. Ein Vorbild, welches sie sicher nicht sein möchte.

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