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eines unserer Lieblingsbücher – jetzt als Taschenbuch

Ein Gesellschaftsroman, eine Charakterstudie, aber vor allem eine intelligente und spannende Geschichte über einen kleinen Ort im brandenburgischen Speckgürtel von Berlin. Ein winziges Dorf, dieselbe Geschichte, erzählt aus elf Perspektiven. Juli Zeh schreibt eloquent und pointiert, gewürzt mit der Genauigkeit und dem kritischen Blick der Juristin. Die Besetzung reicht vom Bürgermeister und dem Großgrundbesitzer und dessen Frau, deren Betrieb seit der DDR das ganze Dorf ernährt hat, über die junge Selbständige, deren Berufsbezeichnung irgendwo zwischen Pferdeflüsterin und Personal Coach liegt, bis hin zu den zugezogenen Städtern, die eher geduldet als integriert werden.
Der Plot: Ein Windpark soll errichtet werden, allerdings fehlt dafür noch das passende Grundstück. Die vielzähligen Interessen und potenziellen Intrigen klaffen nach und nach auf. Wie viel Potenzial dieses Rollenspiel für Spekulation, Erpressung, Freunderlwirtschaft, verdeckte Abmachungen und Hintergehung bietet, muss nicht extra betont werden.
Juli Zeh hat sich eine große Bühne entworfen, auf der sie ihr ganzes dramaturgisches Können und ihre Fabulierkunst ausbreiten kann. So webt sie einen Möglichkeitsteppich, bei dem der Leser zwar nach und nach mehr erfährt, sich jedoch nie ganz sicher sein kann, ob er nun wirklich die ganze Wahrheit kennt.
Bitte, David Schalko, das schreit nach einem norddeutschen Braunschag, und alle, die es noch nicht gelesen haben, beneiden wir aus tiefster Seele.

1 Kommentare

    Hugo Gold sagt:

    Es ist selten, dass mir, wenn ich auf Urlaub bin, ein Buch wichtiger als alles andere ist, . Ich habs in Marrakesch überall mitgehabt und im Cafe unter Arabern, den Animagarten von Heller bewundernd, im Atalsgebirge bei der Pause während der Wanderung gelesen, überall war ich von diesem doch nicht ganz dünnen Buch begleitet. Was kann einem Besseres passieren, als sich in einer Stadt treiben zu lassen und ein Buch zu lesen.
    Juli Zeh beschreibt unnachahmlich sarkastisch, teilweise humorvoll und einfühlsam das Leben in einem Ex-DDR Dorf, es könnte aber in Kärnten, Tirol oder sonstwo spielen. Es stimmt immer. Dörfer in denen jahrhunderte alte Feindschaften sorgfältig gepflegt werden, Zugereiste sofort als Feinde identifiziert werden und nach 5 Generationen noch immer als solche gesehen werden, wo alles neue ganz schlecht ist. Aber auch Ökoindustrie und Ökowahnsinn werden nicht sehr liebevoll, sondern sarkastisch-kritisch beleuchtet.
    Faszinierend, packend, wahr
    GROSSARTIG

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