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Gratulation, Mr Dylan. Und: Play it fucking loud.

Doris Knecht gratuliert zum Literaturnobelpreis

Einmal vergesse ich die traditionelle, jährliche Literaturnobelpreis-Beschwörungskolumne, und was passiert? Es rentiert sich total. Es ist das erste Mal seit Jelinek, dass ich an dem Tag, an dem Philip Roth schon wieder nicht den Literarturnobelpreis gekriegt hat, trotzdem in Feierlaune bin. Denn der Gram darüber, dass ihn nicht mein Literatur-Gott gewonnen hat, wird extrem stark dadurch gemildert, dass heuer mein Musik-Gott Bob Dylan den Literaturnobelpreis bekommt.
Was nicht allen gefällt: Aber immerhin ist der 2016er Literaturnobelpreis der erste, bei dem alle mitreden können, auch die, die noch nie ein Buch gelesen haben. Aber Dylans Lieder kennen die meisten, zumindest ganz bestimmt seinen Song „Blowin in the Wind“.
Ich aber bin schon immer Dylanistin gewesen. Meine allererste LP war von Dylan, die Glaskopf-Platte mit den Coverversionen, ich habe sie mit 15 von Freunden meiner Eltern bekommen und höre sie immer noch. Ich besitze noch ein paar Dylan-Platten und fast alle seiner Alben auf CD. Ich habe zwei Dylan-Leiberl, eine Dylan-Stehlampe (ja, im Ernst), Dylan-Bücher und ein Dylan-Lebensmotto („Play it fucking loud“; was er seiner Band sagte, 1966 in Manchester, als er von akustisch auf elektrisch umstieg und dafür „Judas“ geschimpft wurde). Und sind die Zeiten einmal verunsichernd, schaue ich mir Scorseses Dylan-Doku „No Direction Home“ an, das hilft immer.
Ich war auf sieben Dylan-Konzerten. In meinen ersten Roman habe ich, weil es mir undenkbar erschien, ein Buch ohne Dylan zu schreiben, drei Dylan-Songs hineinmontiert, was dazu führte, dass dann auch in der Verfilmung drei Dylan-Songs vorkamen – einer der Gründe, warum ich Marie Kreutzers „Gruber geht“-Film so liebe. (Das Tollste an der Geschichte: Dylan PERSÖNLICH hat der Produzentin die Erlaubnis erteilt, die Songs zu verwenden. Ich bin ein bisschen stolz, und jetzt noch ein bisschen stolzer.)
Gratulation, Mr Dylan. Und: Play it fucking loud.

 

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