Lesen ist wundervoll.
Währinger Straße 122, 1180 Wien
+43 1 942 75 89
1180@hartliebs.at
Öffnungszeiten
Mo-Mi,Fr 9-18 Uhr, Do 9-20 Uhr, Sa 9-13 Uhr
Porzellangasse 36, 1090 Wien
+43 1 31 511 45
1090@hartliebs.at
Öffnungszeiten
Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr

Endlich gelesen

Der Chemiker Leo Kall schreibt sich in Gefangenschaft seine Lebensgeschichte von der Seele: viele Jahre zuvor hatte er die nach ihm benannte Wahrheitsdroge Kallocain erfunden, die dem allmächtigen Staat endlich auch den letzten Rückzugort der Menschen, die Gedanken, zugänglich macht. Der STAAT ist ein totalitäres System, in dem die Menschen „Mitsoldaten“ sind, jeder seine festgelegte Aufgabehat und Kinder schon im frühen Alter von den Eltern getrennt werden, um als wehrhafte neue Soldaten ausgebildet zu werden…

Der Roman ist 1941 in Schweden erschienen und läßt sich, ohne den Vergleich scheuen zu müssen, in eine Reihe mit den großen Dystopien jener Zeit stellen wie Evgenij Samjatns Wir (1924), Aldous Huxley Schöne neue Welt (1932) und Georg Orwells 1984 (1948). Im dritten Band der Ästhetik des Widerstands hat Peter Weiss der Autorin ein Denkmal gesetzt.

Diese Buch wollte ich schon immer lesen! In meiner Bibliothek steht eine alte Ausgabe: Neuer Malik Verlag, broschierte Sonderausgabe, 1986. 1986 war das Jahr in dem ich meine Ausbildung als Buchhändler begonnen hatte, der neue Malik Verlag war der Versuch die Tradition des berühmten Malik Verlages wieder aufleben zu lassen – Sie erinnern sich, daß war der mit den vielen John Heartfield Schutzumschlägen (Upton Sinclair, John Dos Passos , Gorki u.v.a).

Und jetzt gerade ist der Roman also in einer neuen Übersetzung und kenntnisreich benachwortet von Paul Berf bei btb erschienen – und jetzt habe ich ihn endlich gelesen.

Manches braucht eben seine Zeit …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.