Lesen ist wundervoll.

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Traurig aber schön!

Ein Dreizehnjähriger gerät in die Mühlen einer Familie, in der sich die Eltern nichts mehr zu sagen haben, in der sie sich separieren, neue Liebhaber haben und Claude, der Dreizehnjährige zwischen den Fronten, wird von niemandem mehr gewollt und kommt schrittweise unter die Räder. Nicht einmal seine Großmutter versteht die Nöte Claudes.
Auch in der Schule ist Claude ein Mobbingopfer.

Was bleibt, ist der Taxifahrer Dirko, der ihm zur Seite steht. Dirko, ein zwielichtiger, aber herzlicher Geselle, erzählt ihm die unglaublichsten Geschichten, erlebt mit ihm immer wieder schräge Episoden und wird Claudes einziger Freund, bis sich der Junge eines Tages verliebt aber auch das geht zuletzt auf traurigste Weise schief.

Hinter Stermanns großartig sarkastischer und humorvoll scheinender Sprache (ja, Sprache kann er, Humor hat er) verbirgt sich eine der traurigsten Geschichten, die ich je gelesen habe. Oft muss man ob einer Formulierung laut auflachen, sofort gefriert das Lachen wieder, sobald man hinter den geschriebenen Sarkasmus hineingedacht hat
. Diese Achterbahn der Gefühle des Lesers zu erzeugen, ist ganz große Kunst.

Es sollte sich niemand vom Lesen abhalten lassen, es zahlt sich aus. Ein einfach berührendes Buch.

Hugo Gold ist Praktischer Arzt und schreibt regelmäßig für hartliebs.at

2 Kommentare

    yvonne sagt:

    ein wunderbares buch, schmerzhaft traurig und sehr berührend. nur eines wollt ich dem Herrn stermann doch gerne ausrichten lassen: bub heißt das. wenn man als deutscher schon so durch und durch österreicher, gar wiener ist, um dieses buch auf diese weise zu schreiben, dann fehlt nur noch eine einzige Kleinigkeit: das heißt bub, herr stermann!

    Astrid Weinzettl sagt:

    Ich kannte Dirk Stermann bislang nur aus „Willkommen Österreich“ als Satiriker mit tiefgründigem Humor. Doch er kann auch anders: das Buch über den von den Eltern verlassenen Jungen, es hat mich zutiefst berührt und gebannt. Es fängt harmlos an, ( nunja –Eltern lassen sich nunmal scheiden und es kommt zu diversesten Patchworkconstellationen) – aber hier wird der Sohn „aus dem Nest geworfen“. Von Kapitel zu Kapitel steigert sich der Schmerz – parabelhaft werden hier Insektenbisse herangezogen. Da ist Hoffnung, eine Liebe – und mehr will ich nicht verraten. Tolle Sprache, der Autor beweist, dass er Wien gut kennt, sowohl Örtlichkeiten, Lokalkolorit als auch die bunte Vielfalt der Bewohner – und ja, Hühnergeschrei ist wirklich ein Ort in Oberösterreich! Absolut lesenswert !

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