Lesen ist wundervoll.
Währinger Straße 122, 1180 Wien
+43 1 942 75 89
1180@hartliebs.at
Öffnungszeiten
Mo-Mi,Fr 9-18 Uhr, Do 9-20 Uhr, Sa 9-13 Uhr
Porzellangasse 36, 1090 Wien
+43 1 31 511 45
1090@hartliebs.at
Öffnungszeiten
Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr

„Ich schätze den >Kriminalroman< als solchen nicht."

Nachdem die, nicht genug zu lobende, Arno Schmidt Stiftung inzwischen das komplette Werk Arno Schmidts editiert hat – zuletzt erschien der Briefwechsel mit Hans Wollschläger – widmet sie sich seit einiger Zeit auch der Herausgabe seines übersetzerischen Werkes.
Und nachdem Edward Bulwer-Lytton: Was wird er damit machen? und William Faulkner: New Orleans bereits erschienen sind, jetzt also Stanley Ellin, Sanfter Schrecken.
Sanfter Schrecken enthält, so auch der Untertitel, 10 ruchlose Geschichte, Schauergeschichten könnte man auch sagen.

Und obwohl Arno Schmidt seine Übersetzer-Tätigkeit als reinen Broterwerb betrachtete (dazu zitierte er sogar Vergil: auria sacra fames quid nin mortalia coges pectora?*) und im Nachwort behauptete: „Ich schätze den ›Kriminalroman‹ als solchen nicht.“, scheint ihm die Übersetzung von diesen 10 Geschichten doch am Herzen gelegen zu haben, denn am 20. Dezember 1960 schreibt er an seinen (Brief-) Freund Wilhelm Michels: „Dann bin ich täglich wieder dabei, 10 amerikanische Kriminalnovellen in ›mein geliebtes Deutsch zu übertragen‹. (Die Hälfte davon ist gar nicht schlecht;  einige haben, ich weiß – wie immer! – was ich sage, Ähnlichkeit mit POE!: Ich weiß, was ich sage!!)“. Und mit POE – kannte er sich ja wohl aus, schließlich hat er einen Teil der vierbändigen Werkausgabe übersetzt und diese Arbeit an der Übersetzung auch zum Thema seinen Opus magnum Zettels Traum gemacht.

Die Originalausgabe von Sanfter Schrecken erschien 1961 bei Goverts und später immer wieder auch als Taschenbuch, jetzt aber erstmals mit allen Arno Schmidtschen Idiosynkrasien (Zeichensetzung, doppelten Bindestrichen, dem berühmten &-Zeichen u.s.w.). Fast überflüssig zu erwähnen, daß das Bändchen wunderbar ausgestattet ist, die typographische Gestaltung und der Satz ist, wie alle Veröffentlichungen der Stiftung, von Friedrich Forssmann, natürlich ist es fadengeheftet, verpackt in einen Schuber und kenntnisreich benachwortet von Bernd Rauschenbach.

Danke!

*(Verfluchter Hunger nach Gold – wozu treibst du nicht die sterblichen Herzen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.