Lesen ist wundervoll.

Ein menschenfreundlicher Houellebecq der vorigen Jahrhundertwende

Zwar nicht neu übersetzt, aber ganz sicher wert, neu gelesen zu werden: die späten Romane von Eduard von Keyserling: Wellen (1911) Abendliche Häuser (1914), Fürstinnen (1917) und Feiertagskinder (1918/19).

Der baltische Fontane und Wesensverwandte Arthur Schnitzlers beschreibt den Untergang der Aristokratie ohne Weichzeichner. Seine Heldinnen sind starke, selbstbewusste Frauen, und obwohl er zu den Impressionisten gezählt wird, ist hier ein moderner Autor zu entdecken. Die Ausgabe ist nicht nur in Leinen gebunden und fadengeheftet, sondern auch mit Anmerkungen und einem kenntnisreichen Nachwort von Daniela Strigl versehen, in dem sie Keyserling einen „menschenfreundlichen Houellebecq der vorigen Jahrhundertwende“ nennt.

 

Dieser Artikel ist aus unserem Magazin No 15

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