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„Der Gesang der Flusskrebse“ – Delia Owens

Manche Bücher brauchen Zeit. Und die müssen wir ihnen zugestehen. Natürlich wäre es uns am liebsten, die Geschichte würde uns von der ersten Seite an packen und mitreißen. Selbst ich zähle mich zu jener Kategorie Leser, die ein Buch nach spätestens 50 Seiten weglegen, wenn sie nicht sofort in der Geschichte versinken.

Aber ich sage euch „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens ist ein Buch, welches es wert ist, gelesen zu werden, auch wenn man vielleicht mit Startschwierigkeiten kämpft. Aber genau dieser Aspekt spiegelt wunderbar die Handlung, die Protagonistin wider. Denn auch Kya kämpft mit Startschwierigkeiten. Ihr Leben ist alles andere als leicht, schon als Kind ist sie völlig auf sich allein gestellt, alleingelassen von der Familie, im Dorf nicht willkommen. So schlägt sie sich durch im Marschland, mit seinen Salzbänken, den Möwen, den Stränden. Doch selbst in dieser rauen Wildheit lässt sich so etwas wie Liebe finden. Liebe für sich selbst, für die Natur, für Mitmenschen.

Wir erleben die Handlung aus zwei Perspektiven: die eine erzählt Kyas Erwachsen werden, die zweite Perspektive setzt mit dem Tod von Chase Andrews ein – und genau dort treffen sich auch beide Handlungsstränge, denn für alle in dieser Kleinstadtidylle steht fest, dass es nur eine mögliche Täterin gibt: Kya.

Delia Owens Gefühl für das weite Land, für Tiere, für die Natur wird in ihrem dramatisch schönen Schreibstil mehr als deutlich. Man bekommt ein Gespür für dieses unwegsame Gebiet, man spürt das Salz auf der Haut, man hat das Gefühl, jeden Vogel an seinen Federn erkennen zu können. Owens berührt. Wer hier einen reinen Krimi vermutet, irrt sich. Das Buch ist soviel mehr.

Dies ist ein Plädoyer für alle langsamen Bücher. Für alle, die Zeit brauchen. Gönnen wir sie Ihnen doch mal. Denn manchmal, so wie bei Delia Owens „Der Gesang der Flusskrebse“, entpuppt sich eine wunderbare Geschichte, die einen nicht mehr loslässt  – so wie die Wellen in Kyas Welt.

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