Das Buch zum Wochenende #387
Das kann doch kein Zufall sein – gerade noch auf der Showbühne im Frankfurter Römer bei der Verleihung des deutschen Buchpreises, hat Gewinnerin Dorothee Elmiger (Applaus!) diesen Song zitiert – & schon prangt er auf dem Cover vom soeben erschienenen Heft Nr. 14756 der Reclam Universal Bibliothek. & oja, das Unglück muss immer noch zurückgeschlagen werden, da hat sich seit 1999 wahrlich nichts geändert. Nur dass es überhaupt mal eine Reclam Universal-Bibliothek-Ausgabe von Tocotronic-Texten geben würde, das hätte sich mein damaliges Trainingsjackenteenager-Ich von 1999 nicht gedacht. & das auch höchst verdächtig gefunden – Tocotronic & Reclam-Heftl, ja dürfen die denn das, ist nicht genau das Teil der „Alltäglichkeit, die man uns jederzeit aus vollen Fässern zapft“? Nun, das Reclam Heft hat seit den 1990ern ein definitives Image-Glow Up bekommen und mein Indie-Polizei-Teenager-Ich ist zu einer nerdigen Vorstadtbuchhändlerin mit freundlicher Reclamheftl-Zugewandtheit geworden. Wie die Zeit vergeht.
Die Auswahl der 35 gefeaturten Songs hat übrigens Stephan Rehm Rozanes getroffen, Reclams Geheimwaffe für allerlei popkulturelle Angelegenheiten wie die Ärzte, Oasis oder Queen & fixer Teil der Musikexpress-Redaktion. & wie es sich für ein echtes serviceorientiertes Reclam Heft gehört, geizt es auch nicht mit Hintergrundinformationen zu Songs und Band-Geschichte, die zwar das Vergnügen an orakelhaften Toco-Textdeutungen von anno dazumal schmälern & nerdiges „Geheimwissen“ in die Welt hinaus krähen, aber so steht einem gemütlichen Tocotronic-Referat nichts mehr im Wege. – & wer von euch keines vorbereitet hat bis Montag in der Früh, muss zur Strafe alle Strophen vom „Lied von der Glocke“ (Reclam Universal Bibliothek Nr 1710 ) auswendig lernen und aufsagen.
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