Lesen ist wundervoll.

Buchhändlerinnengeständnis zum 150. Geburtstag: Rilke & ich, wir kennen uns eigentlich gar nicht. Bis auf ein paar Offensichtlichkeiten wie „Der Panther“ oder „Brief an einen jungen Dichter“, den Smalltalk halt, aber ansonsten haben wir nie viel Zeit miteinander verbracht. Zugegeben, an Rilke ist mir auch einiges suspekt. Dass er seinen glamourösen Vornamen René in Rainer (jajaja, ich weiß schon, Lou Andreas-Salomé & so) geändert hat. Dass er Hunde mag & plötzlich Diktatoren gut findet, & überhaupt der ganze Kitsch. Aber dann schaltet man in der Mittagspause in der Wundervollen das Radio ein & Sandra Richter, Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach erzählt so schlau & eloquent so viel Interessantes über Rilke, dass man sich denkt, man muss da mal was tun gegen das Minimalst-Wissen…. Bloß, wo fängt man an, abgesehen davon, sofort Richters Einladung in Rilkes „offenes Leben“ zu folgen? Im Zweifelsfall selbstverständlich immer mit einer Graphic Novel, die deutsche Illustratorin & Comiczeichnerin Melanie Garanin hat da das vermutlich charmanteste Einstiegswerk vorgelegt – abhängen mit Journalistin Ellen & Rilke in Worpswede, Paris & Wallis – bester Wochenend-Geburtstagstrip ever.

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16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen? Machen wir doch 365 daraus – denn im aktuellen BZW kann man minutiös im Whatsapp-Chat-Tagebuch einer Frauenschreibgruppe aus Afghanistan nachlesen, wie selbst minimalste Frauenrechte innerhalb von kürzester Zeit verloren sind. Wir schreiben das Jahr 2021, als die Taliban in Afghanistan wieder die Macht übernahmen & die entstehenden literarischen Texte der Autorinnen, zugunsten einer Dokumentation der Ereignisse gewichen sind. So wichtig & erschütternd diese Chat-Dokumentation ist, so wütend ist man bei der Lektüre – darüber, dass diese afghanischen Schriftstellerinnen wieder um ihre literarische Stimme gebracht wurden & sie sich wie so oft wiederfanden in der Rolle als Reporterinnen einer politischen Ausnahmesituation, die sie nicht verschuldet haben. Man kann sich nur dem Wunsch Bernardine Evaristos anschließen, dass dieses Buch mit vielen „anderen geteilt, darüber diskutiert und es unterstützt wird“, damit wir endlich auch die literarischen Werke dieser verfolgten Autorinnen entdecken können.

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Nach so vielen BZWs im Zeichen des Rock`n`Roll in den letzten Wochen, ganz zu schweigen vom Durchmachen auf dem Donauinselfest der Buchbranche, der Buch Wien am letzten Wochenende, wird es Zeit für ein wenig Rückschau & Rückzug. & wo gelänge so ein kontemplatives in-sich-gehen am besten, wenn nicht im Wiener Kaffeehaus?
Allein & doch unter Menschen, lässt es sich hier ganz fantastisch den eigenen Gedanken nachhängen & den Tag verbummeln, lesen oder ins Narrenkastl schauen. Bloß wohin mit sich & seinem müden Körper? Schlag nach im aktuellen BZW! – das ist nämlich die nigelnagelneue Auflage von Christopher Wurmdoblers Standardwerk über Kaffeehäuser in Wien, erschienen wie immer im stets serviceorientierten Falter Verlag. Seit der letzten Auflage von 2010 hat sich einiges getan in der Kaffeehauswelt der Hauptstadt & auch wenn wir einige schmerzliche Verluste (Café Krugerhof! Kaffee Urania! Café Ritter Ottakring!…) immer noch nicht verkraftet haben, so steht uns der Autor mit Trost zur Seite & hat für jeden Kaffeehaustypen von Klassisch bis zum Kondi-Fan eine Empfehlung parat. & weil Christopher Wurmdobler nicht nur unbestechlicher Kaffeehaustester, sondern auch ein fantastischer Autor ist, ist dieses Buch viel mehr als nur ein gewöhnlicher Gastro-Guide geworden, sondern unterhält mit seinem charmanten Intro samt Kaffeehaus-ABC auch die geneigte Leser*in… Wer zu faul zum Lesen ist & lieber Lesen lässt, kommt Montagabend ab 19h ins Kaffee Alt Wien, da präsentiert Christopher Wurmdobler sein Buch im Gespräch mit Anna Goldenberg – & bis dahin kann man sich ja auch die tollen Fotos von Christopher Mavrič anschauen, so zur Einstimmung.

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Rechtzeitig zu kalten Temperaturen und zum 250. Geburtstag von Jane Austen unser neues Magazin.

Mit Büchern für die kalte Jahreszeit und mit vielen Ideen für Ihre Weihnachtsgeschenke und…

Hier digital zum Durchblättern.

 

Apropos schreibende Rockstars. Hier in der BZW-Kolumne geben sich derzeit echte Legenden die Klinke in die Hand. Denn Patti Smith ist nicht die Einzige, die gerade ihre Memoiren vorgelegt hat, Alex Hacke steht ihr da mit seiner ebenso ikonischen wie sympathischen Biographie „Krach“ in nichts nach. „Krach“ ist gerade neu überarbeitet, zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung beim Ventil Verlag frisch als Buch & bei fabrique records als Hörbuch erschienen & immer noch ein Ereignis, – & ein ganzes Jahrzehnt an neuen Geschichten gibt’s obendrauf, also nicht verpassen! Auch nicht verpassen solltet ihr Alexander Hacke mit seiner Live-Lesung in Wien, am Freitag, 21. November ab 19h30 im Studio Moliere. Wir sehen uns alle dort!
Ticket gibt’s hier: https://www.eventbrite.at/e/buchprasentation-alexander-hacke-krach-tickets-1676636858979

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Schlägt man Seite 89 auf, in unserem letztwöchigen BZW „Rebel Queens“, kann man einen Eintrag über sie finden:
Patti Smith, eine echte Queen in so vielen Belangen, vor allem aber auch für uns Leser*innen. Denn spätestens seit 2010 „Just Kids“ erschienen ist, wird sie nicht mehr nur für ihre Lyrics, Lyrik & Performances geliebt, sondern auch für ihre besondere Gabe, ihre Erinnerungen in behutsamen Memoirs zu verdichten. Deshalb ist der Jubel groß, wenn man, wie gestern in der Wundervollen, im größten Signierstundentrubel (danke fürs Vorbeischauen, es war so schön mit euch liebe Proschat Madani & liebe Alex Beer, & im legeren Partyzustand, weil gleichzeitig eben auch 21. Geburtstag der Wundervollen & das mitten in der Woche der unabhängigen Buchhandlungen) , wenn man da also eine der vielen Wegräumkisten öffnet & einer plötzlich das neue Buch von Patti Smith entgegen leuchtet, lässt man dafür dann gleich jede Party Party sein… & es ist beschlossen: an diesem Wochenende wird die Welt ausgesperrt & „Bread of Angels“ gelesen. In diesem Sinne, over & out.

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